George Grosz, der Maler, Grafiker und Karikaturist, war einer der unbeugsamsten Künstler seiner Zeit. 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren, wuchs er im pommerschen Stolp auf. Schon früh förderte der Zeichenlehrer seinen begabten Schüler, der später ein zweijähriges Studium an der Königlichen Kunstakademie Dresden mit Ehrenzeugnis abschloss. Es folgten die Kunstgewerbeschule Berlin und die Malschule Colarossi Paris. Doch dann brach der Erste Weltkrieg aus und erfasste auch Grosz. 1917 wurde er nach Lazarettaufenthalten für kriegsunfähig erklärt.
Die Groszsche Unangepasstheit, manchmal auch Widersprüchlichkeit, spiegelt sich in seinen Grafiken wider. Vor allem in den 1920er Jahren zeigen seine Werke ungebremste Gesellschafts- und Sozialkritik. Mit allen Mitteln der Kunst seziert er Perversion, Gewalt, Klassengegensätze und Militarismus, attackiert auch den Klerus und avanciert zu einem der politischsten Künstler dieser Zeit. Mit gleicher Leidenschaft malt Grosz später auch erotische Bilder und wuchtige Frauenkörper. 1919 veranstaltet er gemeinsam mit Raoul Hausmann und John Heartfield die erste Berliner Dada-Messe. Stilistisch steht der Künstler zunächst dem Expressionismus nahe, später der Neuen Sachlichkeit.
Der Rebell illustriert den “Ulk”, die “Lustigen Blätter”, “Querschnitt”, die kommunistische Satireschrift “Der Knüppel” und schließlich bis 1932 im “Simplicissimus”. Das dort veröffentlichte Werk “Gott mit uns” beschert Grosz einen Prozess wegen Beleidigung der Reichswehr. 1923 folgt eine Anklage wegen “Angriffs auf die öffentliche Moral” und fünf Jahre später wegen “Gotteslästerung”.
1933 emigriert Grosz nach New York und arbeitet auch hier bald für Satirezeitschriften. Er eröffnet mit Maurice Sterne eine eigene Kunstschule und stellt in renommierten amerikanischen Museen aus.
1954 bereist George Grosz erstmals wieder für eine größere Zeitspanne Deutschland. 1959 kehrt der Künstler endgültig nach Berlin zurück, verstirbt jedoch im gleichen Jahr.
Eine besondere Kunstrichtung aus der modernen Malerei bezeichnet man als Action Painting oder auch „Aktionsmalerei”. Jackson Pollock sorgte 1950 in Amerika dafür, dass diese Form innerhalb des abstrakten Expressionismus bekannt wurde. Die Schüttelbildtechnik wurde durch Hermann Nitsch bekannt und gehört ebenso zum Aktion Painting. Schnell wird deutlich, dass eine exakte Abgrenzung kaum möglich ist.
Dynamische und unmittelbare Maltechniken, die ohne Beeinflussung des Künstlers ihre Kraft erhalten, gehören zum Action Painting. Somit kann es keinen konkreten Bildaufbau geben, die verwendeten Materialien sind einfach. Ob man die Farben nun direkt aus dem Topf schüttet, Pinsel als Hilfsmittel verwendet oder es einfach nur tropfen lässt, spielt hierbei keine Rolle. Sowohl der Surrealismus, als auch die Dada- Bewegung (Ablehnung konventioneller Kunst) gelten als Vorläufer dieser Kunstrichtung.
Zu den Hauptvertretern dieser Maltechnik zählen neben Jackson Pollock auch noch Sam Francis, Willem de Kooning, Franz Kline, Philip Guston, Alfons Schilling und Helen Frankenthaler. In dem Kunstlexikon von P.W. Hartmann lässt sich so manches über das Aktion Painting nachlesen. Die Maltechnik beansprucht nicht den Sinn eines „klassischen” Bildes, sondern viel mehr wird die Leinwand als Arena betrachtet, in der eine Aktion stattfinden soll. Dabei wird der Verstand, das Bewusstsein weitestgehend ausgeschaltet, der Dadaismus findet seine einzigartige Ausdruckskraft.
Das Wort Expressionismus kommt von dem lateinischen Begriff expressio, welcher Ausdruck bedeutet. Expressionismus war eine Kunststilrichtung Anfang des 20. Jahrhundert. Anders als beim Naturalismus, wird hierbei das Gesehene nicht naturgetreu wiedergegeben, sondern das Erlebte soll dem Betrachter dargestellt werden.
Der Expressionismus war eine künstlerische Bewegung, die besonders in Deutschland stattfand. Den expressionistischen Malern war dabei nicht wichtig, formschöne Eindrücke oder gar Naturgetreues wiederzugeben, sondern die eigene Regung in Form von gefühlter Interpretation.
Zu den bekannten Expressionisten zählen unter anderem, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Wassily Kandinski, Franz Marc, Erich, Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Ernst, Lyonel Feininger, Carl Hofer, Margret Hofheinz-Döring und August Macke. Sie führten den Expressionismus teilweise bis zur Abstraktion. Die genannten Künstler gehören Künstlervereinigungen wie „Brücke” oder „Der Blaue Reiter” an. Letztere dankt ihrem Namen den Künstlern Kandinski und Marc.
Der Expressionismus wird auch als Protest gegen das Bürgertum verstanden - gegen die bestehende Ordnung. Friedrich Nietzsche gilt als der Vordenker der Expressionisten. Nicht bürgerlich, nicht konventionell, nicht naturgetreu - so die Bilder der Künstler und somit wurde diese Kunstrichtung negativ definiert. Zwei wichtige Vertreter des Expressionismus wehrten sich gegen die Bezeichnung Expressionisten und sahen darin ihrer Originalität nicht gerecht beschrieben.
Im Norton Simon Museum of Art in Pasadena sind heute viele expressionistische Werke ausgestellt.
Lyonel Feininger wurde am 17.Juli 1871 in New York geboren. 1887 folgte er seinen Eltern, seinem aus Deutschland stammenden Vater, ein Konzertgeiger und seiner Mutter, Sängerin und Pianistin, nach Europa um dort in der Hamburger Gewerbeschule die Zeichen- und Malklasse zu besuchen. Von 1888-1892 studierte er in Berlin an der königlichen Kunst-Akademie. Später besuchte er in Paris eine private Kunstschule.
Ab 1893 arbeitete Feininger als Illustrator. Durch Bekanntschaften mit dem „Cafe du Dome-Kreis” und „Brücke-Malern” wie Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel, erweiterte sich sein Schaffen. 1911 kam Feininger erstmals mit dem Kubismus in Kontakt. Dieser prägte später seine Werke, vorwiegend Kirchen- und Gebäude-Motive. 1924 gründete Feininger zusammen mit Paul Klee, Alexej von Jawlenski und Wassily Kandinski die Künstler-Gruppe „Die Blauen Vier”.
1933 siedelte er nach Berlin über und emigrierte 1937 zurück nach New York. Im gleichen Jahr wurden etwa 400 Werke von ihm von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und als entartete Kunst erklärt. Durch eine Retrospektive 1944 in Museum of Modern Art in New York gelang ihm sein künstlerischer Durchbruch. 1945 lehrte er einen Sommerkurs in North Carolina. Seine Schriften und sein Unterricht, sowie seine späten Aquarelle wurden richtungsweisend für den abstrakten Expressionismus. Lyonel Feininger starb im Alter von 84 Jahren 1956 in New York.