Art brut

Autor: Andrea
28.08.2009

Die beste Übersetzung für „Art Brut” lautet wohl in etwa „unverfälschte Kunst”. „Brut” ist ein bekannter Begriff aus dem französischen, zum Beispiel bei „Champagne brut”, was dann mit „herber edler Kunst” zu übersetzen wäre. Der französische Weingroßhändler und Maler Jean Dubuffet prägte 1945 diesen Begriff. Er betrachtete diesen Begriff als sein geistiges Eigentum und als eine Art Gütesiegel und nur er durfte anderen Künstlern diesen Begriff ab- oder zusprechen.

Dabei ist nicht so sehr sein künstlerischer Stil gemeint, sondern eher der Zusammenhang zu seiner Sammelleidenschaft. Ihm lag viel daran diese Kunstrichtung zu dokumentieren, zu sammeln und bekannt zu machen. Diese Haltung wurde von Andrè Breton und auch Harald Szeemann sehr in Frage gestellt. So steht der Begriff Art Brut in Konkurrenz zu den Begriffen wie „Zustandsgebundene Kunst”, „Bildnerei der Geisteskranken” oder „Naive Kunst”. Der Kunststil ist eine Outsider Art, die auch therapeutischen Zwecken diente. In der heutigen Zeit hat sich die Art Brut aber einen eigenen Bereich im Kunsthandel geschaffen und es gibt internationale Messen, wie beispielsweise die New Outsider Art Flair oder die Kunstköln.

Auch die englische Zeitschrift Raw Vision hat sich der Art Brut angenommen. Seit 2000 gibt es für geistig behinderte Künstler den Europäischen Kunstpreis für Graphik und Malerei, den Euward. Jean Dubuffet definierte die Kunstform in einem Katalog zur Ausstellung im Jahre 1949, als eine alternative und subversive Kunstform, die sich deutlich von der- seiner Meinung nach- erstickenden kulturellen Kunst abhob. Er nannte sie „psychopathologische Schöpfungen” und legte viel Wert darauf, dass nicht unterschieden werden sollte zwischen der Kunst von Geisteskranken, Knie- oder Magenkranken. Jean Dubuffet brachte die Kunstsammlung 1951 in die USA, nach East Hampton. 1962 gelangte die Sammlung dann wieder nach Paris und wurde 1967 im „Musèe des Arts dècoratifs” ausgestellt.

09.04.2008

Wenn man an den Surrealismus der bildenden Kunst denkt, dann fällt einem zumeist Dali (1904-1989) als einer der bedeutenden Künstler ein, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert dieser revolutionäre Kunstbewegung angehörte. Er wurde jedoch 1934 von ihnen ausgeschlossen. Einer der Gründe war Salvador Dalis Bild Das Rätsel Wilhelm Tells, worauf er Lenin in kniender Haltung ohne Hosen, mit einer gigantischen Gesäßbacke und überdimensionalen Arbeiterhelm zeigte. Ihm wurde die Anhängerschaft Adolf Hitlers und des Faschismus vorgeworfen, was Dali jedoch in seiner Autobiografie dementierte. Seine bekanntesten surrealistischen Werke waren seine schmelzenden Uhren, brennende Giraffen, langbeinige Elefanten aber auch provokante Gemälde wie der Der große Masturbator.

Dali wird heute als der bedeutsamste Maler des Surrealismus gesehen, der zu seinen Lebzeiten das Bild eines exzentrischen Paranoikers abgab und mit seiner Persönlichkeit für kontroverse Schlagzeilen sorgte. Der Begründer des Surrealismus, André Breton, warf ihm Geldgier und exzessive Selbstdarstellung vor und wendete sich mit dem Ausschluss aus der Surrealistengruppe von ihm ab.

In seiner surrealistischen Phase von 1029-1940 schaffte Dali mehr als 700 Werke, meist kleinformatige Ölgemälde, die heute von den Kunstliebhabern, aber auch von Kunstkritikern und – historikern, sehr geschätzt werden. Diese 700 Werke machen ungefähr die Hälfte seines Gesamtwerkes aus, welche heute als seine bedeutendsten Bilder gelten.