Abstrakte Malerei ist eine Kunstrichtung, bei der es nicht darum geht, Gegenstände abzubilden. Die abstrakte Kunst entwickelte sich gleichzeitig mit der Entwicklung der Fotografie und Sinn war es, sich immer weiter von der Realität zu entfernen. Abstrakte Werke sind Farb-Kompositionen, bei denen Linien und geometrische Formen vorherrschen. Der wohl bekannteste Künstler, der sich dieser Kunstrichtung widmete war Wassily Kandinsky.
Der Begriff ist in der Kunstwissenschaft umstritten, denn selbst realistische Malerei ist ein Abstrahieren der Natur, wenn beispielsweise Gegenstände hervorgehoben werden. Dennoch geht man bei dem Begriff von verschiedenen Graden der Abstraktion aus und benennt eben nur Bilder als abstrakte Kunst, die eventuell nur noch in Ansätzen Gegenständliches zeigen oder diese kaum mehr als solche zu erkennen lassen. Es geht dabei ja auch nicht um das Abbilden von Gegenständen, sondern Form- und Farbklänge zu komponieren.
Die abstrakte Malerei fand ihre Anfänge um 1910. Das radikalste abstrakte Werk stammt wohl von Kasimir Malewitsch, der mit seinem Schwarzen Quadrat wohl die Kunstszene spaltete. Die abstrakte Malerei hatte ihre Kritiker, unter denen sogar bedeutende Künstler zu finden waren. Jedoch sieht man heute diese Kunstrichtung als notwenige Entwicklung zur Modernen. Ab 1913 wurde die abstrakte Malerei eine regelrechte Modeerscheinung bei den Künstlern und genauso schnell zerfiel sie in verschiedene Stile wie expressive Abstraktion und geometrische Abstraktion.
Die polnische Malerin Tamara de Lempicka wurde 1898 als Tamara Golska in Warschau geboren. Die Malerei der Renaissance prägte Lempickas eigene spätere künstlerische Entwicklung. 1916 heiratete sie den Anwalt Tadeusz Lempicki in Russland, wo sie auch bis 1918 lebte. Ihren angenommenen Namen änderte sie in Lempicka.
1918 zogen Lempicka und ihr Mann nach Paris und da er dort keine Anstellung als Anwalt fand, beschloss Lempicka ihr abgebrochenes Kunststudium wieder aufzunehmen, um mit der Malerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie wurde Schülerin von Maurice Denis und André Lothe, entwickelt sehr bald ihren eigenen und unverwechselbaren Stil.
1925 auf der ersten Art-Dekó-Ausstellung war sie der Star dieser Stilepoche. Ihre erotischen, kühlen und sachlichen Werke fanden schnell ihre Liebhaber und sie wurde zur gefragtesten Künstlerin dieser Zeit. Auch ihr Leben änderte sich. Sie inszenierte sich als Diva, hatte zahlreiche Affären, wohnte in einem Luxusappartement und verkehrte in Haute-Volée-Kreisen. Danach folgten 1928 die Scheidung und 1933 die Heirat mit einem ungarischen Industriellen.
Mitter der 1930er Jahre erkrankte Lempicka an Depressionen und damit war ihre Schaffenszeit vorüber bis es in den 1950er Jahren, als sich die abstrakte Malerei durchsetzte, ganz still um die einstmals so begehrte Künstlerin wurde. Erst 1970 entdeckte man ihre Werke neu.
Tamara de Lempicka zählt heute zu den wichtigsten Künstlern des Art Dekó. Eine bemerkenswerte Frau, die ein völlig neues Frauenbild schuf und wie kaum ein anderer Künstler das Lebensgefühl dieser Epoche künstlerisch umsetzen konnte.