Georges Seurat war der Erfinder eine Maltechnik, bei der man winzige farbige Punkte nebeneinandersetzte. Diese Kunstrichtung nannte sich Pointillismus und erstreckte sich von ca. 1889 bis 1910. Zugleich war Georges Seurat einer der wichtigsten Vertreter dieser Epoche, die er auf der Suche nach einem neuen Stil nach dem Impressionismus erfand.
Georges Seurat lebte von 1859-1891. Er verstarb in jungem Alter von 31 Jahren an Diphtherie. Einige Künstler wie Paul Signac verfolgte den Poitillismus noch eine zeitlang weiter, doch das kurze Manifest endete schon um 1910 und verschwand wieder im Nichts.
Seurats Werke beeinflussten jedoch spätere Künstler des Kubismus und Fauvismus. Dadurch fanden seine Bilder auch einen festen Platz in der Kunstgeschichte. Ein Hauptthema Seurats war der Zirkus. Bevor er verstarb schuf er mehrere Bilder, die stilisierte Motive aus einem Zirkus darstellen. Das Werk mit dem Titel „Der Zirkus” konnte er jedoch nicht mehr vollenden. Dieses ist heute im Musee dÒrsay in Paris zu sehen.
Interessanterweise verwendete Seurat für seine Bilder keine schwarze Farbe. Nach der Farbtheorie von Cheuvreul verwendete er die Primärfarben blau, rot und gelb und setzte diese Punkt für Punkt so auf die Leinwand, dass diese vom menschlichen Auge, bzw. auf der Retina des Auges zu anderen Farben vermischt wurde.
Die beste Übersetzung für „Art Brut” lautet wohl in etwa „unverfälschte Kunst”. „Brut” ist ein bekannter Begriff aus dem französischen, zum Beispiel bei „Champagne brut”, was dann mit „herber edler Kunst” zu übersetzen wäre. Der französische Weingroßhändler und Maler Jean Dubuffet prägte 1945 diesen Begriff. Er betrachtete diesen Begriff als sein geistiges Eigentum und als eine Art Gütesiegel und nur er durfte anderen Künstlern diesen Begriff ab- oder zusprechen.
Dabei ist nicht so sehr sein künstlerischer Stil gemeint, sondern eher der Zusammenhang zu seiner Sammelleidenschaft. Ihm lag viel daran diese Kunstrichtung zu dokumentieren, zu sammeln und bekannt zu machen. Diese Haltung wurde von Andrè Breton und auch Harald Szeemann sehr in Frage gestellt. So steht der Begriff Art Brut in Konkurrenz zu den Begriffen wie „Zustandsgebundene Kunst”, „Bildnerei der Geisteskranken” oder „Naive Kunst”. Der Kunststil ist eine Outsider Art, die auch therapeutischen Zwecken diente. In der heutigen Zeit hat sich die Art Brut aber einen eigenen Bereich im Kunsthandel geschaffen und es gibt internationale Messen, wie beispielsweise die New Outsider Art Flair oder die Kunstköln.
Auch die englische Zeitschrift Raw Vision hat sich der Art Brut angenommen. Seit 2000 gibt es für geistig behinderte Künstler den Europäischen Kunstpreis für Graphik und Malerei, den Euward. Jean Dubuffet definierte die Kunstform in einem Katalog zur Ausstellung im Jahre 1949, als eine alternative und subversive Kunstform, die sich deutlich von der- seiner Meinung nach- erstickenden kulturellen Kunst abhob. Er nannte sie „psychopathologische Schöpfungen” und legte viel Wert darauf, dass nicht unterschieden werden sollte zwischen der Kunst von Geisteskranken, Knie- oder Magenkranken. Jean Dubuffet brachte die Kunstsammlung 1951 in die USA, nach East Hampton. 1962 gelangte die Sammlung dann wieder nach Paris und wurde 1967 im „Musèe des Arts dècoratifs” ausgestellt.
Eine zeitgenössische Kunstrichtung der 70er-Jahre wird als geplante oder eben auch als analytische Malerei bezeichnet. Die „Concept Art”, die eine Illustrationsart zeigt, in der sich Konzepte visuell darstellen lassen, löste Ende der 60er- Jahre diese Kunstrichtung aus. Die Grundfarbe Weiß ist ein elementares Stilmittel und verschiedene Künstler, wie beispielweise Niele Toroni, Robert Ryman, Raimund Girke oder Daniel Buren, versuchten durch einen monochromen Auftrag- das sind Abstufung von verschiedenen Tonwerten innerhalb einer Farbe- oder durch einfache Streifen, die Qualität eines Malauftrages und dem Bildträger für sich alleine wirken zu lassen.
Das bedeutet, dass sich die Malerei deutlich reduzierte, nämlich auf ihre Grundstrukturen. Besonders das Zusammenwirken mit den Bildflächen und Bildträgern spielte hierbei eine große Rolle. Diese konnten aus Pappe, Metall, Kunststoff bestehen oder eine übliche Leinwand wurde als Bildträger verwendet. Der etwas modernere Begriff für diesen Kunststil nennt sich „Fundamental Painting”. Unter dieser Überschrift gab es in den 70er Jahren auch eine Ausstellung.
Das Wort analytisch kommt aus dem griechischen und heißt soviel wie „Auflösung”. Manchmal wurden gar keine Farben verwendet, sondern es entstanden Kunstwerke auf eine rationale und kühle Weise in weiß. So ist diese Kunstform also eher als methodisch und analysierend zu bezeichnen und nicht so sehr als schöpferisch.
Die Zeit in den Ländern des Deutschen Bundeslandes zwischen 1815 und 1848, das war vom Wiener Kongress bis zur bürgerlichen Revolution, wird als Biedermeier bezeichnet. Die zu dieser Zeit entstandene Kunst und Kultur, wie beispielsweise die Innenarchitektur, die Hausmusik oder auch die Mode, wird heute mit dem Ausdruck Biedermeier belegt. Aber auch auf die Literatur bezog sich die Bezeichnung und bekam die Anmutung des konservativen, des „hausbackenen”.
Man nannte es das „Vollglück in der Beschränkung”, was soviel heißen sollte, das man ins Private oder ins Idyll flüchtete. In dieser Zeit dominierte die Landschafts- und Genremalerei, neben den vielen Porträts. Die Bilder hatten große Ähnlichkeit mit Fotos, so war der Stil sehr realistisch. Was aber fast völlig fehlte, waren historische oder religiöse Motive.
Die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts diente als Vorbild. Da man aber die Realität ein wenig verbessern und idealisieren wollte, war das Ergebnis dann eher der Pseudo- Realismus. Ein sehr hohes Niveau wurde in der Aquarelltechnik erreicht. Die Lithografie diente vornehmlich der Buchillustration. Namen wie Friedrich Gauermann, Adolph Menzel oder Moritz von Schwind und noch einige andere dürfen hier nicht fehlen. Die sogenannten Zimmerbilder waren in der Biedermeierzeit von großer Bedeutung. Detailgetreue Bilder von Wohnräumen waren damals sehr beliebt. In dieser Zeit entstand auch die Porzellan- und Glasmalerei und das Ansichtenglas, das waren Kunstwerke, die auch Badebecher oder Badegläser genannt wurden, in denen ganze Landschaften und Städte abgebildet waren.
Zu der modernen Malerei gehört auch der im Jahre 1960 in Nordamerika verbreitete abstrakte Illusionismus. Gemeint ist damit die philosophische Lehre, dass die Außenwelt nur eine Illusion sei. Dazu gehören Darstellungen von Schlagschatten, was so viel bedeutet, das ein Schatten durch intensive Beleuchtung eines Objektes auffällig scharf abgegrenzt erscheint.
Durch diese Technik scheint es manchmal so, als würde das Objekt vor einem Bildträger schweben. Jack Lembeck gehört zu den Vertretern dieser besonderen Maltechnik. Abstrakter Illusionismus wurde auch von dem US- amerikanischen Maler, Objektkünstler und Grafiker Ronald Davis gepflegt. Seine Werke werden unter anderem auch im Zusammenhang mit der Geometrischen Abstraktion, der Lyrischen Abstraktion, der Hard Edge- Malerei (harte Kante), sowie der 3D- Computergrafik genannt. Unter Illusionismus versteht man, dass alles eine Täuschung und ein Schein sei, einen wahrhaften Wert habe das Dasein, das Leben nicht (Praktischer Illusionismus).
Die „Raum- zeitliche” Welt sei nur ein Schleier der Maya, also eine Art Gehirnphänomen. Die menschliche Erkenntnis steckt voller Illusionen, so meinte es Nietzsche. So ist der Illusionismus eine Art Weltanschauung, wohlmöglich um die Persönlichkeit zu retten. Die abstrakte Malerei ist eine Komposition mit Kontrasten, geometrischer Formen Farben, Linien und erhebt nicht den Anspruch, Gegenstände zu erkennen oder abzubilden. Bis zum Beginn des 20. Jahrhundert was das Darstellen realer Dinge der Bezugspunk der künstlerischen Fertigkeit.
Eine besondere Kunstrichtung aus der modernen Malerei bezeichnet man als Action Painting oder auch „Aktionsmalerei”. Jackson Pollock sorgte 1950 in Amerika dafür, dass diese Form innerhalb des abstrakten Expressionismus bekannt wurde. Die Schüttelbildtechnik wurde durch Hermann Nitsch bekannt und gehört ebenso zum Aktion Painting. Schnell wird deutlich, dass eine exakte Abgrenzung kaum möglich ist.
Dynamische und unmittelbare Maltechniken, die ohne Beeinflussung des Künstlers ihre Kraft erhalten, gehören zum Action Painting. Somit kann es keinen konkreten Bildaufbau geben, die verwendeten Materialien sind einfach. Ob man die Farben nun direkt aus dem Topf schüttet, Pinsel als Hilfsmittel verwendet oder es einfach nur tropfen lässt, spielt hierbei keine Rolle. Sowohl der Surrealismus, als auch die Dada- Bewegung (Ablehnung konventioneller Kunst) gelten als Vorläufer dieser Kunstrichtung.
Zu den Hauptvertretern dieser Maltechnik zählen neben Jackson Pollock auch noch Sam Francis, Willem de Kooning, Franz Kline, Philip Guston, Alfons Schilling und Helen Frankenthaler. In dem Kunstlexikon von P.W. Hartmann lässt sich so manches über das Aktion Painting nachlesen. Die Maltechnik beansprucht nicht den Sinn eines „klassischen” Bildes, sondern viel mehr wird die Leinwand als Arena betrachtet, in der eine Aktion stattfinden soll. Dabei wird der Verstand, das Bewusstsein weitestgehend ausgeschaltet, der Dadaismus findet seine einzigartige Ausdruckskraft.
Abstrakte Malerei ist eine Kunstrichtung, bei der es nicht darum geht, Gegenstände abzubilden. Die abstrakte Kunst entwickelte sich gleichzeitig mit der Entwicklung der Fotografie und Sinn war es, sich immer weiter von der Realität zu entfernen. Abstrakte Werke sind Farb-Kompositionen, bei denen Linien und geometrische Formen vorherrschen. Der wohl bekannteste Künstler, der sich dieser Kunstrichtung widmete war Wassily Kandinsky.
Der Begriff ist in der Kunstwissenschaft umstritten, denn selbst realistische Malerei ist ein Abstrahieren der Natur, wenn beispielsweise Gegenstände hervorgehoben werden. Dennoch geht man bei dem Begriff von verschiedenen Graden der Abstraktion aus und benennt eben nur Bilder als abstrakte Kunst, die eventuell nur noch in Ansätzen Gegenständliches zeigen oder diese kaum mehr als solche zu erkennen lassen. Es geht dabei ja auch nicht um das Abbilden von Gegenständen, sondern Form- und Farbklänge zu komponieren.
Die abstrakte Malerei fand ihre Anfänge um 1910. Das radikalste abstrakte Werk stammt wohl von Kasimir Malewitsch, der mit seinem Schwarzen Quadrat wohl die Kunstszene spaltete. Die abstrakte Malerei hatte ihre Kritiker, unter denen sogar bedeutende Künstler zu finden waren. Jedoch sieht man heute diese Kunstrichtung als notwenige Entwicklung zur Modernen. Ab 1913 wurde die abstrakte Malerei eine regelrechte Modeerscheinung bei den Künstlern und genauso schnell zerfiel sie in verschiedene Stile wie expressive Abstraktion und geometrische Abstraktion.
Die Acrylmalerei ist eine noch recht junge Maltechnik, die ab den frühen 60er Jahren an Popularität gewonnen hat. Im Gegensatz zu Ölfarben benötigen Acrylfarben nur ein Bruchteil der Trocknungszeit. Farben lassen sich untereinander mischen und nach der Trocknung auch übereinander malen. In der Acrylmalerei ist die Lasurtechnik sehr gebräuchlich. Dabei werden die Farben mit Wasser verdünnt. Anders als Ölfarben sind Acrylfarben wasserlöslich und mit Wasser verdünnbar. Zum Pinselauswaschen benötigt es nur etwas lauwarmes Wasser und etwas Spülmittel. Das macht einen großen Vorteil der Acrylfarben aus.
Die ersten Acryl-Künstlerfarben entstanden 1934. Unter dem Namen Plextol meldete die Firma Röhm und Haas schon 1930 ein Patent auf ihre wässrige gebrauchsfertige Acrylharzdispersion an. 1946 brachte eine weitere Firma, Bocour Artists Colors eine Produktreihe auf dem Markt. Es brauchte Jahre um die richtige Mischung, sowie die Lösungsmittel so zu optimieren, dass die Farben sich nach der Trocknungszeit nicht mehr verändert.
Auch heute können in der Acrylmalerei verschiedene Malmittel eingesetzt werden, die beispielsweise die Trocknungszeit verlängert. Das gibt dem Künstler mehr Möglichkeiten, verschiedene Techniken anzuwenden. Sehr beliebt ist in der Acrylmalerei das Malen mit Malmessern. Dabei wird die Farbe nicht wie herkömmlich mit einem Pinsel auf einem Malgrund wie Leinwand, Holz, Metal oder anderes, aufgetragen, sondern mit einem Malmesser „gespachtelt”. Dadurch entstehen schöne Effekte.
Der Fotorealismus wurde in den 60er/70er in den USA entwickelt und war zur vorhergegangenen Pop-Art sehr gegensätzlich. Beim Fotorealismus wird das Ziel einer extrem realistischen Malerei angestrebt, was zunächst Irritationen auslöste, da man die künstlerische Intention verkannte. Bei der fotorealistischen Umsetzung eines Motivs geht es ja eher um die exakte Umsetzung einer Fotografie in Malerei, also Reproduktionen, die auch als Wirklichkeitsabklatsch bezeichnet wurde.
Wichtige Vertreter des Fotorealismus sind beispielsweise Robert Bechtle, Richard McLean, Stephen Posen, John Salt, Gottfried Helnwein, Jan Peter Tripp, Matthias Holländer und Jean-Olivier Hucleux.
Robert Bechtle beispielsweise zeichnete seine Umgebung, Familie und Straßen-Szene fast ohne jeglichen Nachweis von Pinselstrichen. Seine Bilder wirken wie Fotos und sind verblüffend realistisch, so dass man beim Betrachten oft zweifelt, ob es sich nun um ein Gemälde oder Foto handelt. Ebenso die Werke von Richard McLean, oft Pferdemotive, die realistischer nicht sein können.
Die fotorealistischen Bilder wurden meist überdimensional auf Leinwand gebracht und haben deswegen eine ungeheure Wirkung auf den Betrachter. Gegenstände, Menschen, Orte, die das Leben bestimmen, wurden bis ins Detail wiedergegeben. Dabei wurden nicht auf künstlerische Deutungen zurückgegriffen, sondern sich an die naturgetreue Vorlage gehalten.
Anlässlich einer Ausstellung in Berlin 2009 erschien ein reich bebilderter Katalog der führenden Expertin des Fotorealismus, Linda Chase.
Heute kommt einmal ein Tipp, was man mit einem gelungenen Foto machen kann. Natürlich kann man auch ein schönes Foto einfach in einem schönen Bilderrahmen einrahmen, es gibt jedoch auch noch kreativere Möglichkeiten, aus einem Foto etwas Besonderes zu machen.
Mit einem Bildbearbeitungsprogramm lässt sich ein Foto verfremden, beispielsweise als Ölgemälde, Pastellzeichnung, Acrylgemälde oder als Strichzeichnung. Was für welches Fotomotiv geeignet ist, muss man einmal ausprobieren. Dabei sollte man nicht vergessen, jeden Versuch einzeln unter anderer Dateibezeichnung abzuspeichern, um das Originalfoto zu erhalten.
Landschaftsbilder und Stillleben wirken sehr schön, wenn sie als Ölgemälde umgewandelt werden. Porträtaufnahmen können mit der Pastellzeichnungs-Funktion einen besonderen Touch erhalten. Schwarz-weiß Aufnahmen dagegen mögen auch als Strichzeichnung besonders gut wirken. Der Phantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt, wenn am Ende ein harmonisches Motiv dabei herauskommt. Solche veränderten Bilder kann man über Postershops auf Leinwand drucken lassen.
Geschenk-Tipp: Porträtaufnahmen oder Tierfotografien als Ölgemälde umwandeln und als Poster oder auf Leinwand drucken lassen. Besonders schön wirken auch Aufnahmen von Babys und Kleinkindern, wenn sie mit einem Weichzeichner bearbeitet werden. Solche Geschenke sind persönlich, individuell und machen garantiert Freude.