Monatsarchiv für März 2011

Ernst Barlach

Autor: Andrea
11.03.2011

Ernst Barlach (2.1.1870 - 24.10.1938) war ein Wanderer zwischen Realismus und Expressionismus. Seine ausdrucksstarken Motive setzte er vor allem in Holzplastiken und Bronzen um, sowie in Druckgraphiken und Zeichnungen. Er war auch literarisch tätig und verfasste Dramen und Prosawerke, sowie seine Biographie.

Schon früh wurde sein Talent gefördert und so setzte sich Barlachs künstlerischer Weg wie selbstverständlich in einer Akademischen Ausbildung fort. Inspirationen erhielt der Künstler auch während seines zweijährigen Aufenthaltes in Paris, wo er sich hauptsächlich der schriftstellerischen Arbeit widmete und einer Reise nach Russland. Die Begegnung mit der russischen Volkskunst sollte seine weiteren Skulpturen nachhaltig beeinflussen. Berührende und ungewohnte, fast intime Blicke auf den Menschen und seine Lebensbedingungen entstammten jedoch auch seiner religiösen Prägung.

Ab 1910 lebte und arbeitete der Künstler in Güstrow (Mecklenburg) und stellte regelmäßig für die Berliner Secession aus. Heute ehrt ihn die Stadt mit einer Stiftung, die sich um Erhalt seines Ateliers kümmert und vor allem um den künstlerischen Nachlass- immerhin 320 Skulpturen, über 1100 Handzeichnungen, 200 Druckgraphiken, sowie unzählige Manuskripte und Skizzenbücher. Sie werden in den Ernst-Barlach-Museen bewahrt und in Dauer- und Sonderausstellungen zugänglich gemacht.

Ernst Barlachs Verhältnis zur NS-Diktatur war gespalten. Zumindest anfangs hat es wohl Sympathien gegeben. Auch die Mächtigen jener Zeit schwankten zwischen Anerkennung und Ablehnung seiner Werke. Als diese jedoch mit dem Etikett „entartet” versehen wurden, verschwanden rund 400 Arbeiten aus den Galerien und Barlach wurde mit einem Ausstellungsverbot belegt. Von da an kämpfte er für das Recht der künstlerischen Freiheit, konnte aber letztlich nichts gegen das Regime ausrichten.

Noch bis zum 26. Juni 2011 sind Arbeiten Ernst Barlachs und Käthe Kollwitz´ in einer gemeinsamen Werkschau im kunsthaus kaufbeuren zu sehen. www.kunsthaus-kaufbeuren.de

08.03.2011

Haben Sie schon einmal etwas von Adbusting, LED-Throwie, Paste-Up oder Stencil gehört? Die alten und neuen Ausdrucksformen der Straßenkunst sind so bunt und vielfältig wie die Kunst selbst. Vor hunderten von Jahren wurde Kunst fast ausschließlich auf öffentlichen Plätzen und Straßen praktiziert. Nicht viele Künstler durften sich eines reichen Mäzens, Dienstherren oder Auftraggebers rühmen. Der freie “Gaukler” suchte die Öffentlichkeit, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Straßenkunst ist ein Sammelbegriff für Künstler, die sich im öffentlichen Raum darstellen - so die offizielle Definition. Als Haupteinnahmequelle der Straßenkünstler gilt das sogenannte Hutgeld. Zu den Straßenkünstlern gehören zum Beispiel folgende Gruppen:

 

- Gaukler,

- Artisten,

- Straßenmusiker,

- Comedians,

- Pantomimen,

- Zauberer,

- Stelzenläufer,

- Straßenmaler und

- Skulpteure.

Auch das moderne “Streetart” gehört dazu. Hier bedienen sich die Künstler verschiedenster Medien wie Marker, Kreide, Pinsel und Malerrollen, Sprühdosen, Aufkleber, Poster etc., um ihre Werke zu präsentieren. Der Spaß an der Sache und die Möglichkeit, ein größeres Umfeld auf kreative oder anarchistische Weise mitzugestalten, ist Motivation für viele Streetart-Worker. Sie bilden damit oft einen künstlerischen Gegenpol zur allgegenwärtigen Gebrauchsgrafik in der Werbung, aber natürlich ist auch die öffentliche Aufmerksamkeit sehr wichtig für die Künstler. Streetart wendet sich inhaltlich oft gegen Kapitalismus, Konsum und die öffentliche Ordnung. Jedoch verzichten die meisten Künstler bewusst auf eine spezielle Botschaft.

Allgemein wird der Arbeit der Straßenkünstler oft unterschätzt. Straßenkunst finden wir konzentriert auf bestimmten Straßenkünstlerfestivals. Bekannte Festivals dieser Art in Europa sind z. B. die Gauklerfeste in Berlin, Koblenz oder Feldkirch, Artisti di Strada in Ascona oder das Internationale Straßenkünstlerfestival in Villach. Zu den bekanntesten deutschen Straßenkünstlern gehören Superbuffo (Comedy), Dirty Fred (Jonglage), Marco Assmann (Straßenzauberei), Bernd Witthüser (Musik) und Jajko (Komik).