Monatsarchiv für Oktober 2010
Wer kommt schon auf die Idee, seine Fotos mit Farbe zu beklecksen oder zu übermalen? Arnulf Reiner zum Beispiel, ein zeitgenössischer österreichischer Maler oder auch Gerhard Richter, ein deutscher Maler, Fotograf und Bildhauer.
Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden, zählt mittlerweile zu den bekanntesten Malern und seine Bilder werden weltweit in Museen gezeigt. Daneben zählt er zu den teuersten Malern der Gegenwart, denn seine Werke erzielen auf Auktionen nicht selten Höchstpreise.
Richter nutzt Fotos als Vorlage für seine Bilder. Teils belanglose Fotos, in denen er hineinmalt. Mal verdeckt er damit teilweise das Motiv, mal erhält das Foto durch die Übermalung einen völlig neue Bedeutung oder Dramaturgie.
Neben diesen übermalten Fotos ist Richter auch für sein Kölner Domfenster und seinen früheren realistischen Abmalungen von Fotografien und Zeitungs-, bzw. Illustriertenabschnitte bekannt.
Gerhard Richter wurde von 1949-1951 als Werbemaler ausgebildet. Obwohl er 1950 von der Hochschule für bildende Künste in Dresden abgelehnt wurde, konnte er 1951 dort antreten. Für das Vordiplom schuf Richter 1955 das imposante Wandgemälde „Abendmahl mit Picasso” und es folgte ein weiteres Wandbild, die allerdings nach seiner Flucht übermalt wurden. Erst nach der Wiedervereinigung wurde das zweite Werk erneut übermalt, nachdem zwei Stellen frei gelegt wurden. Bis zum Jahr 1961 übernahm er Staatsaufträge der DDR und schuf in der Zeit eindrucksvolle Wandbilder, Ölgemälde und Zeichnungen.
Gerhard Richter floh 1961 in die BRD und musste seine Werke zurücklassen. Teilweise verbrannte er seine Bilder vor der Flucht, weswegen nur wenige Bilder aus seiner früheren Schaffenszeit erhalten geblieben sind.