Monatsarchiv für März 2010
George Grosz, der Maler, Grafiker und Karikaturist, war einer der unbeugsamsten Künstler seiner Zeit. 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren, wuchs er im pommerschen Stolp auf. Schon früh förderte der Zeichenlehrer seinen begabten Schüler, der später ein zweijähriges Studium an der Königlichen Kunstakademie Dresden mit Ehrenzeugnis abschloss. Es folgten die Kunstgewerbeschule Berlin und die Malschule Colarossi Paris. Doch dann brach der Erste Weltkrieg aus und erfasste auch Grosz. 1917 wurde er nach Lazarettaufenthalten für kriegsunfähig erklärt.
Die Groszsche Unangepasstheit, manchmal auch Widersprüchlichkeit, spiegelt sich in seinen Grafiken wider. Vor allem in den 1920er Jahren zeigen seine Werke ungebremste Gesellschafts- und Sozialkritik. Mit allen Mitteln der Kunst seziert er Perversion, Gewalt, Klassengegensätze und Militarismus, attackiert auch den Klerus und avanciert zu einem der politischsten Künstler dieser Zeit. Mit gleicher Leidenschaft malt Grosz später auch erotische Bilder und wuchtige Frauenkörper. 1919 veranstaltet er gemeinsam mit Raoul Hausmann und John Heartfield die erste Berliner Dada-Messe. Stilistisch steht der Künstler zunächst dem Expressionismus nahe, später der Neuen Sachlichkeit.
Der Rebell illustriert den “Ulk”, die “Lustigen Blätter”, “Querschnitt”, die kommunistische Satireschrift “Der Knüppel” und schließlich bis 1932 im “Simplicissimus”. Das dort veröffentlichte Werk “Gott mit uns” beschert Grosz einen Prozess wegen Beleidigung der Reichswehr. 1923 folgt eine Anklage wegen “Angriffs auf die öffentliche Moral” und fünf Jahre später wegen “Gotteslästerung”.
1933 emigriert Grosz nach New York und arbeitet auch hier bald für Satirezeitschriften. Er eröffnet mit Maurice Sterne eine eigene Kunstschule und stellt in renommierten amerikanischen Museen aus.
1954 bereist George Grosz erstmals wieder für eine größere Zeitspanne Deutschland. 1959 kehrt der Künstler endgültig nach Berlin zurück, verstirbt jedoch im gleichen Jahr.