Monatsarchiv für März 2009
Die Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine geboren und wuchs in New York auf. Wer ihren Namen hört, denkt sogleich an die drallen, bunten Figuren - ihre Nanas. Die Nanas sind üppige Frauenfiguren, die befreite fröhliche Frauen darstellen. Diese stehen heute an einigen Stellen, z.B. am Leineufer in Hamburg. Ihre früheren Werke sind nicht weniger spektakulär - ihre Schießbilder. Als Grundlage dienten Leinwände, die mit Spachtelmasse strukturiert wurden. Anschließend schoss die Künstlerin mit einem Gewehr Farbkugeln auf die Leinwand, wo die Farbe die Strukturen einfärbten. Diese aggressive Art der Malerei war eine Art Aufarbeitung ihrer problematischen Beziehung zu ihrem Vater.
Seit den 1950er Jahren war die Künstlerin mit ihren Werken auf zahlreichen Ausstellungen vertreten. Sie führte vor allem mit ihren lebensbejahenden Nanas, das weibliche Lebensprinzip in die Kunstgeschichte ein.
1994 zog Niki de Saint Phalle auf ärztlichen Rat nach Kalifornien und erstellte dort ihre letzte große Werkserie, die „Explodierenden Bilder”. 2002 starb die Künstlerin an einem Lungenleiden, welches sie sich durch ihre langjährige Arbeit mit gefährlichen Polyesterdämpfen zuzog.
Im Jahr 2000, zwei Jahre vor ihrem Tod, schenkte sie der Stadt Hannover 300 ihrer Werke, die im Sprengel Museum ihren Platz gefunden haben. De Saint Phalle hatte eine besondere Verbindung zu Hannover, denn dort hatte sie 1969 ihre erste große Einzelausstellung und im Jahr 1974 kaufte ihr die Stadt drei ihrer weltberühmten Nanas ab, die man heute noch am Leineufer bewundern kann.
- Informationen über afrikanische Kunst - Gemälde und Schnitzereien
Emil Nolde, der deutsche Maler und Graphiker lebte von 1867-1956. Mit bürgerlichem Namen hieß er Emil Hansen. 1914 legte er sich den Künstlernamen Emil Nolde zu. Er lernte Holzschnitzerei in Flensburg und bildete sich später in München und Paris weiter. Heute zählt er zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus. Etwa ein Jahr gehörte er der Künstlervereinigung „Die Brücke” an. Emil Nolde ließ sich von van Gogh, Edward Munch und James Ensor beeinflussen. Die Werke Noldes sind farbig und kontrastreich und korrespondieren mit seiner meisterhaften Holzschnitttechnik.
Emil Nolde trat 1934 der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig bei. Schon früh war er der Ansicht, dass die germanische Kunst, allen anderen weit überlegen sei. Seine Werke wurden später als Entartete Kunst diffamiert und von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Teilweise wurden sie verkauft oder zerstört. 1941 wurde über ihn ein Malverbot gehängt. Nach dieser Zeit entstanden seine „ungemalten Werke”, mehr als 1300 kleinformatige Aquarelle. Sie heißen „ungemalt” da diese Aquarelle eigentlich Skizzen für Ölgemälde waren, er aber nie die Zeit hätte finden können, diese auch tatsächlich zu Lebzeiten umzusetzen.
Die heutige Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde (Nolde Stiftung) entstand aus seinem Nachlass. Die Stiftung richtete in dem ehemaligen Wohngebäude der Noldes, das Emil Nolde Museum ein. Dort finden nun jährlich wechselnde Ausstellungen statt.
Der ukrainische Maler Malewitsch wurde 1878 in Kiew geboren. Er gehört zu den Hauptvertretern der russischen Avantgarde und war der Begründer des Suprematismus. Beeinflusst wurde er vom Kubismus, Fauvismus und dem französischem Spätimpressionismus. „Das schwarze Quadrat auf weißem Grund” aus dem Jahr 1951, wurde zum Meilenstein der Moderne.
Seine erste Ausstellung hatte Malewitsch 1907 in Moskau. Dort wurden 12 Skizzen von ihm, neben Werken von Wassily Kandinsky und Michail Larionow, ausgestellt. Malewitsch durchwanderte in seinem künstlerischen Leben verschiedene Perioden. Sehr früh wendete er sich dem Kubofuturismus zu. Bilder wie „Der Holzfäller” entstanden während dieser Schaffensperiode, die etwa bis 1918 anhielt. Um 1918 reiste Malewitsch auf Einladung Marc Chagalls nach Witebsk. Dort beschäftigte er sich mit dem Suprematismus. Diese Schaffensperiode Malewitsch nennt man heute die Witebsker Periode.
In seiner vorletzten Schaffensperiode, Ende der 1920er Jahre, kehrte er zu figurativen Malerei zurück. In dieser Zeit entstand beispielsweise das Werk „Bauern auf dem Feld”. Diese Werke beinhalten jedoch immer noch suprematistische Elemente.
Kurz vor seinem Tod kehrte er zu realen Porträts zurück. Dies war seine letzte Periode.
Malewitsch starb 1935 in Leningrad an einem Krebsleiden. Er wurde auf dem Gelände seiner Datscha beerdigt. Nikolai Suetin entwarf für das Grab einen weißen Kubus mit einem schwarzen Quadrat auf der Vorderseite. Das Grab existiert jedoch heute nicht mehr.