Monatsarchiv für Mai 2008

30.05.2008

Man nennt ihn den wichtigsten Vertreter der Jugendstilmalerei - Gustav Klimt (1862-1918). Zu Lebzeiten war er verschrieen, nicht zuletzt auch wegen seiner morbid-erotischen Malerei und sein Verhältnis zu den Frauen. In seinem Atelier hielten sich immer mehrere Frauen auf, die nicht nur für ihn Model standen. Angeblich seien 14 uneheliche Kinder aus den Abenteuern des Malers, ein bekennender Junggeselle, hervorgegangen.

Zeitweise unterstellte man ihm den Ödipuskomplex und betitelten seine Werke, die sich hauptsächlich um Nacktheit, Tod und Verfall drehten, als pervers und pornografisch. Man verweigerte ihm deswegen gar die Ernennung zum Professor an der österreichischen Akademie, obwohl ihm auf der anderen Seite das goldene Verdienstkreuz durch den Kaiser Franz Joseph verliehen wurde.

Später konzentrierte sich Klimt auf die Porträtmalerei. Er malte Frauen aus dem Großbürgertum, verlieh ihnen mit Ornamenten und Gold einen einzigartigen Glanz. Diese Werke, eine Mischung aus Symbolismus und Jugendstil, flächig und mit mosaikartigen Hintergründen, inspirierten einige andere bekannte Maler, wie beispielsweise Hundertwasser.

Heute werden seine Bilder hoch gehandelt. Eines seiner Werke, die „Goldene Adele” wechselte 2006 für 135 Millionen Dollar den Besitzer. Eine Summe, die bisher noch nie für ein Bild bezahlt wurde und jetzt, 90 Jahre nach seinem Tod, die Wertschätzung Klimts, einer der  hervorragendster Künstler der Jahrhundertwende, beweist.

August Macke

Autor: Andrea
23.05.2008

Der rheinische Expressionist August Macke wurde 1887 in Mechede (Deutschland) geboren und fiel 1914 als Soldat in der Champagne.

Die meisten seiner Werke mit kräftiger Farbigkeit, drücken eine  positive Grundstimmung aus. Seine Hauptmotive waren Menschen in alltäglichen Situationen, beispielsweise bei einem Spaziergang oder Einkaufsbummel. Er konzentrierte sich eher auf den Gesamteindruck, als auf Details und man findet in seinen Bildern immer wieder kubistische Stilmerkmale. Er beschäftigte sich besonders mit der Raum- und Lichtwirkung der Farben, die er gekonnt einsetzte.

Vor seinem Tod unternahm Macke zusammen mit Paul Klee und Louis René Moilliet eine Reise nach Tunesien, bei der die weltbekannten Tunesienbilder entstanden. Die ungewohnten Lichtverhältnisse in Tunesien ließen ihn seine gesuchten Farben entwickeln und in farbenfrohe Aquarelle umsetzen. „Seligkeit der Farben” nannte er es. Später entstanden auch Werke in Öl, wie die Werke „Tunesische Landschaft” und „Türkisches Cafe”.

August Mackes künstlerisches Schaffen dauerte nur wenige Jahre, in denen er aber mehr als 500 Werke malte. Seine Bilder waren prägend für die zeitgenössische und moderne Stilrichtung, besonders seine Farbgebung und Bildgestaltung.

Die positive Grundstimmung Mackes macht sich in den Bildern „Frau mit Sonnenschirm vor dem Hutladen” und „Botanischer Garten” bemerkbar. Sein 1914 geschaffenes Werk „Abschied”, welches er kurz vor seinem Tod malte, zeigt jedoch eine düstere Stimmung.

Dieses Jahr werden wieder einmal für einen guten Zweck zahlreiche Kunstwerke namhafter und vielversprechender Künstler versteigert. Die einzigartige Kunst-Charity-Auktion läuft schon, und bis zum 19.5.2008 ca. 20:00 Uhr kann man noch kräftig mit steigern. Der Clou bei der Auktion; die Bieter wissen nicht, welcher Künstler welches Werk gefertigt hat. Man kann bei der Auswahl nur auf seinen Kunstverstand und Herz setzen und vielleicht hat man gar auf einen Imi Knoebel (Beuys-Student) geboten?  

Unter den Künstlern befindet sich auch Rainer Hunold, der als TV-Star nun unter den bildenden Künstler gegangen ist. Daneben Merle Krause, Maja Körner, Jan Bünnig, Lutz Braun, Carola Ernst, Ulrich Wulff und viele andere. Die komplette Künstlerliste ist bei eBay einsehbar, ebenso die zu versteigernden Kunstwerke. Wer Gutes tun möchte und daneben seine Kunstsammlung erweitern, sollte sich diese außergewöhnliche A(u)ktion nicht entgehen lassen und bei eBay nach dem Namen „soskunststueck” suchen.

Nach der Auktion wird bekannt gegeben wer die Urheber der Werke sind. Ungefähr 80 Bilder sind in den Auktionen zu finden. Es bleibt also bis zum 19.5.2008 spannend.

Mit dem Erlös wird die Arbeit in den SOS Kinderdörfern in Nicaragua unterstützt. Es sollen dort verschiedene Projekte aufgebaut werden, um die Familien vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren und zu stärken.

Tamara de Lempicka

Autor: Andrea
09.05.2008

Die polnische Malerin Tamara de Lempicka wurde 1898 als Tamara Golska in Warschau geboren. Die Malerei der Renaissance prägte Lempickas eigene spätere künstlerische Entwicklung. 1916 heiratete sie den Anwalt Tadeusz Lempicki in Russland, wo sie auch bis 1918 lebte. Ihren angenommenen Namen änderte sie in Lempicka.

1918 zogen Lempicka und ihr Mann nach Paris und da er dort keine Anstellung als Anwalt fand, beschloss Lempicka ihr abgebrochenes Kunststudium wieder aufzunehmen, um mit der Malerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie wurde Schülerin von Maurice Denis und André Lothe, entwickelt sehr bald ihren eigenen und unverwechselbaren Stil.

1925 auf der ersten Art-Dekó-Ausstellung war sie der Star dieser Stilepoche. Ihre erotischen, kühlen und sachlichen Werke fanden schnell ihre Liebhaber und sie wurde zur gefragtesten Künstlerin dieser Zeit. Auch ihr Leben änderte sich. Sie inszenierte sich als Diva, hatte zahlreiche Affären, wohnte in einem Luxusappartement und verkehrte in Haute-Volée-Kreisen. Danach folgten 1928 die Scheidung und 1933 die Heirat mit einem ungarischen Industriellen.

Mitter der 1930er Jahre erkrankte Lempicka an Depressionen und damit war ihre Schaffenszeit vorüber bis es in den 1950er Jahren, als sich die abstrakte Malerei durchsetzte, ganz still um die einstmals so begehrte Künstlerin wurde. Erst 1970 entdeckte man ihre Werke neu.

Tamara de Lempicka zählt heute zu den wichtigsten Künstlern des Art Dekó. Eine bemerkenswerte Frau, die ein völlig neues Frauenbild schuf und wie kaum ein anderer Künstler das Lebensgefühl dieser Epoche künstlerisch umsetzen konnte.