Anfang der 1980er erschienen die „neuen Wilden” zunächst in Italien auf der Bildfläche, um sich bald über ganz Europa und die USA auszubreiten. Ihr Stil ist Vielfalt, die sich nicht einordnen will, sondern rebellieren gegen einengende künstlerische Zwänge. Zu ihrer Intension gehörte auch, an der apathisch-zufriedenen Wohlstandsgesellschaft jener Zeit zu rütteln.

Ein paar Hauptmerkmale der neuen Kunstrichtung lassen sich dennoch ausmachen. Sie zeigt sich in großen Formaten und intensiver Farbigkeit bis Farbenwucht. Die neuen Wilden gestalten ihre Werke bewusst subjektiv und mit unbekümmertem Pinselstrich, ihre Motive sind teils gegenständlich expressiv, teils fern jeder festgelegten Form.

Während in Deutschland Berliner,  Kölner und  Hamburger Künstlergruppen von sich reden machten, wurde und wird die österreichische zeitgenössische Malerei eher von Individualkünstlern vertreten, wie den folgenden:

Siegfried Anzinger, geboren 1953, war einer der Begründer der neuen Wilden seines Heimatlandes. Er studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und erhielt 2003 den Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst, den er mit Größen wie Friedensreich Hundertwasser und Oskar Kokoschka teilt. Eine Besonderheit Anzingers ist die Arbeit mit Leimfarben, die „verwaschen” wirken.

Gunter Damisch, geboren 1958, studierte nicht nur in Wien, sondern hat an der Kunstakademie eine Ordentliche Professur inne. 1996 erhielt Damisch den Oberösterreichischen Landeskulturpreis für Graphik. Seine Spezialität sind Kunstdrucke mit „Zuckertusche”, die selbst hergestellt wird und Ölbilder mit Namen wie “Schokoweltwegfeld”. Seine Werke strahlen in leuchtender Farbigkeit und lebendig-nichtgegenständlichen Formen.

Hubert Scheibl wurde 1952 in Oberösterreich geboren. Auch er war Student an der Wiener Kunstakademie. Auf seinen monumentalen Leinwandbildern verschreibt er sich dem Zauber von Helligkeit, Finsternis und intensiver Farbigkeit. Der Betrachter wähnt sich in einem Spiel der Elemente und einem Tanz mit dem Licht.

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