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19.02.2010
Das Wort Passepartout kommt aus dem Französischem und setzt sich aus den Begriffen „überall” und „hindurchgehen” zusammen. Dabei handelt es sich um eine Karton- oder Papierumrahmung für Gemälde, Grafiken und Fotos. Wenn man ein Passepartout verwendet hat man beispielsweise die Möglichkeit, das Bild und nicht den Bilderrahmen in den Vordergrund zu stellen. Einige Rahmen sind für sich schon zu ausdrucksstark. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen großen Bilderrahmen stilvoll mit einem deutlich kleineren Kunstwerk zu bestücken. Ganz nebenbei fungiert es auch als Schutz, denn das Passepartout kann Schadstoffe binden.
Material
Wenn es sich um ein sehr gutes Passepartout handelt, besteht es aus einem Material, welches säurefrei ist. Dazu wird es noch mit Kalziumkarbonat gepuffert, um eben für die Schadstoffminimierung zu sorgen. Nur bei Cyanotypien (Edeldruckverfahren in blau) darf kein Kalziumkarbonat verwendet werden, da dieses das Kunstwerk sogar selbst schädigen würde.
Zur Geschichte
In der heutigen Zeit ist es völlig normal ein Foto auf ein Passepartout zu legen, die Vorbilder jedoch stammen bereits aus dem 16.Jahrhundert. Damals begann man die Kunstwerke mit Tuschelinien zu umranden und damit aufzuwerten. So lagerten die Kunstwerke gewöhnlich in Schubladen. Erst später begann man Glas zu verwenden, um die Grafiken zu schützen und verzierte das Glas auf der Rückseite. Erst danach folgte ein Rahmen aus Karton, dem Passepartout. Ab dem 17. Jahrhundert wurde es schon deutlich farbenfroher und im 18. Jahrhundert kamen goldene Streifen oder Bordüren in Mode. Im 19.Jahrhundert lassen sich diese Gestaltungselemente im französischen Passepartout wiederfinden.
Heute
So langsam gewinnt das Passepartout in kreativen Bereichen wieder mehr an Bedeutung. Die Ausschnittsformen sind vielfältiger geworden und bei computergesteuerten Schneideplottern kann man nicht nur perfekte Winkel schneiden, sondern auch für Tiefeneffekte sorgen, in dem man mehrere Lagen des Kartons verwendet. Handverzierungen sind heute nur noch selten, aber in einigen Bereichen bleiben sie nach wie vor unverzichtbar.
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